Donnerstag, Dezember 3, 2020
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Rohrdämmung nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Eine PI-Information der Armacell GmbH
Foto: (c) Armacell

  • Dämmniveau von Kälteverteilungsleitungen raumlufttechnischer Anlagen zu niedrig
  • 200%-Dämmung für Solarleitungen praxisfern

 

Nach über drei Jahren Diskussion ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) nun zum
1. November in Kraft getreten. Das neue, einheitliche Regelwerk zur Gebäudeenergieeffizienz und Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien bringt allerdings wenig Neues. Nach einigem Hin und Her wurden die Anforderungen zur Dämmung von Rohrleitungen schließlich ohne wesentliche Änderungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) übernommen. Damit wird es auch keine Verschärfung des Dämmniveaus für Kälteverteilungsleitungen raumlufttechnischer Anlagen geben. Für eine effiziente Reduzierung der Wärmeverluste dieser energieintensiven Anlagen hätten jedoch zwingend höhere Dämmschichtdicken vorgeschrieben werden müssen.

Rund drei Jahre stand das GEG nach der ersten Vorlage im Bundestag im Januar 2017 zur Debatte. Nach dem ersten Referentenentwurf von 2017 sollten alle im Gebäude verlegten Rohrleitungen einen längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,25 W/(m∙K) im Mittel nicht überschreiten. Diese Regelung hätte laut ZVSHK zu einem hohen Planungsaufwand geführt, wäre für kleinere Bauvorhaben unrealistisch und die Umsetzung vor Ort kaum kontrollierbar gewesen. Der Verband forderte daher, die Regelung aus der EnEV 2014 ohne Verschärfung der Anforderungen, konkret: die Tabelle aus der Anlage 5 der EnEV in den Gesetzesentwurf zu übernehmen. Dieser Empfehlung ist der Gesetzgeber schließlich weitestgehend gefolgt. Wenngleich man die Tabelle 1 aus der Anlage 5 der EnEV im neuen Gebäudeenergiegesetz vergeblich sucht, wurden die Anforderungen in der Anlage 8 zu §§ 69, 70 und 71 Absatz 1 übernommen. In Abhängigkeit des Einsatzbereiches und des Rohrin­nendurchmessers ergeben sich die bekannten Dämmniveaus: 100%-Dämmung (1aa – dd), 50%-Dämmung (1ee und ff), Rohrdämmung im Fußbodenaufbau (1gg), 200-% Dämmung für an Außenluft grenzende Rohrleitungen (1hh)  und die Dämmung von Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von Raumlufttech­nik- und Klimakältesystemen (2).

Im neuen „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG)“ werden das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) jetzt zusammengeführt. Das GEG wurde am 18. Juni im Bundestag verabschiedet und trat am 1. November 2020 in Kraft. Das Gesetz vereinheitlicht die bisherigen Regelungen und soll deren Anwendung und Vollzug erleichtern. Gleichzeitig setzt es die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) von 2010 in nationales Recht um und inte-griert die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes (Nearly Zero Energy Buildings – NZEB) in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht.

Das primäre Ziel des GEG ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden und die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für den Gebäudebetrieb (§ 1 Abs. 1). Der öffentlichen Hand soll dabei eine Vorbildfunktion zukommen (§ 4). Unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit (§ 5) sollen die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gilt für sämtliche Anforderungen und Pflichten, die das GEG mit sich bringt. So wird das aktuell geltende Anforderungsniveau für Neubauten und Sanierung zunächst nicht weiter verschärft und der Endenergiebedarf eines Neubaus liegt nach dem GEG weiterhin bei 45 bis 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche. Gleichzeitig wird jedoch eine Überprüfung der energetischen Anforderungen für Neubau und Bestand im Jahr 2023 gefordert.

Die wesentlichen Neuerungen auf einen Blick:

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