Sonntag, November 28, 2021
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Bauen in der Zukunft – von Thomas Graber

Teil 1 Wohin entwickelt sich das Bauhandwerk?
Das Leben verändert sich, die Wirtschaft verändert sich. Täglich werden wir mit neuen Errungenschaften und Innovationen konfrontiert. Es geht um Lieferdrohnen und selbstfahrende Autos, um Online-Operationen und neue Nährstoffe. In der Wirtschaft geht es um Begriffe wie Industrie 4.0, um künstliche Intelligenz und neue Formen der Arbeit.
Doch wie sieht es im Handwerk aus? Das Handwerk hinkt traditionell – mal wieder – hinterher, was die Entwicklung und die Perspektiven für die Zukunft angeht.
Die Gründe dafür sind schnell gefunden: Gegenüber anderen Branchen ist das Handwerk schon traditionell nicht sehr innovationsstark und bei der Umsetzung von Innovationen (im Vergleich zu anderen Branchen) immer langsam, in vielen Bereichen sogar zu zögerlich. Das liegt in erster Linie auch daran, dass sich der Stand und die Regeln der Technik nur alle fünf bis zehn Jahre weiterentwickeln.
Hinzu kommt, dass die handwerkliche Arbeit grundsätzlich keiner Mode und keinen Megatrends unterworfen ist. Sie kann also zunächst einmal wie gewohnt umgesetzt werden. Deshalb setzen die Unternehmer oft nur das, was sie „kennen“ und „können“, „gewohnt“ und „traditionell“ um. Somit ist die grundsätzliche Bereitschaft für Veränderungen aus der Historie heraus auch eher unterentwickelt. Es liegt einzig und allein an der Unternehmerpersönlichkeit, ob eine grundsätzliche Bereitschaft und Motivation vorhanden ist, sich und sein Unternehmen weiterzuentwickeln.
Doch diese Haltung birgt eine Gefahr, denn der Druck auf das Handwerk, sich zu verändern, kommt aktuell von außen und aus zwei Richtungen – zum einen von der Industrie und zum anderen von den Kundenanforderungen und -wünschen. Der Zug der Entwicklung fährt immer weiter und immer schneller und es besteht die Gefahr, dass viele Unternehmer im Handwerk diese Entwicklung verschlafen. Manche kann man ja verstehen, denn die Innovationskraft, die es zweifelsohne gibt und die immer schneller wird, überfordert viele Handwerksunternehmer. Doch irgendwann haben sie den Anschluss verpasst. Dann ist der Zug – sinnbildlich gesprochen – abgefahren.

Eine Hand voll Gründe, warum es Zeit ist, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen:
Erster Fakt ist: An der Digitalisierung des Handwerks führt kein Weg mehr vorbei. Egal ob dies ein BIM ist oder Online-Ausschreibungen, ob digitale Rechnungen oder 3-D-Animationen von Bauvorhaben: Wer am Ball bleiben will, muss diese Techniken beherrschen und damit umgehen.
Zweitens: Der Markt verändert sich. Preise und Angebote sind für jeden – sowohl für den Bauherrn als auch den Architekten, transparent. Das Spannungsfeld von Preis, Zeit und Qualität wird immer größer – und der Handwerker muss sich entscheiden, welche Schwerpunkte er setzen will.
Drittens: Die Gewinnung von Fachkräften, die für die immer komplexer werdenden Anforderungen dringend benötigt werden, wird immer schwieriger und für viele Unternehmer zu einem Überlebenskampf.
Viertens: Der Fachgroßhandel muss seine Aufgabe neu definieren. Immer stärker drängt die Industrie auf den Markt und übernimmt den Vertrieb selbst – bis hin zum Bauherren. Das klassische 3- oder 4-stufige Vertriebssystem könnte obsolet werden.
Und schließlich geht es fünftens um die Rolle des Unternehmers. Wie soll er, eingebunden in die tägliche Arbeit, mit diesen Herausforderungen umgehen und einen Weg für sich und sein Unternehmen finden?
Diese Entwicklungen im Bauhandwerk zeichnen sich klar ab. Die damit verbundenen Herausforderungen für den Unternehmer sind vielschichtig und sollen in den nächsten Teilen dieser Zukunftsprognose beleuchtet werden.

Teil 2 Digitalisierung
Covid19 und die weltweite Pandemie haben das gemeinsame Arbeiten und Zusammenleben sowie den gesellschaftlichen Umgang zwangsläufig verändert und den digitalen Entwicklungsprozess extrem beschleunigt. Die Anpassung fällt nicht jedem leicht, aber die Entwicklung geht ganz klar in eine Richtung – und man kann in der Regel nicht mehr selbst entscheiden, ob man an dieser Entwicklung teilnimmt oder nicht, sondern hat nur die Option, sich gegebenenfalls in bestimmten Teilbereichen zu distanzieren.
Im Berufsleben haben sich zwangsweise Notwendigkeiten entwickelt, die sich in der Kommunikation und Zusammenarbeit als sehr hilfreich und effizient herausgestellt haben. Die Digitalisierung ist somit zweifelsohne der wichtigste und auch weitreichendste Punkt der Veränderungen für handwerkliche Unternehmer.
Hier ist aber auch der Rückstand des Handwerks bei vielen Unternehmen am größten. Es fängt doch schon damit an, dass viele Handwerksbetriebe im Internet gar nicht zu finden sind. Wenigstens eine einfache und vor allem aktuelle Homepage als Visitenkarte mit Leistungsportfolio, Kontaktdaten und Referenzen ist in der heutigen Zeit eigentlich ein absolutes Muss.
Angebote und/oder Rechnungen per Mail verschicken zu können, sollte ebenfalls heute in jedem Handwerksbetrieb zumindest möglich sein. Eigentlich sollte es schon …

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